In unserer heutigen Informationsgesellschaft ist es recht einfach, sich Informationen über jegliches Thema zu beschaffen. Das ist nicht das Problem. Das Problem liegt in der Fülle der Informationen und dessen Gehalt. Wie unterscheide ich nun, welchen Informationen ich trauen kann, bzw. wie gehe ich mit der Informationsflut um: In den unendlichen Weiten des Internets kann jeder jeden Unsinn verbreiten, so kann man sich zum Beispiel nur von Licht ernähren oder zu Engeln Kontakt aufnehmen. Es gibt zigtausende Möglichkeiten etwas über die Zukunft zu erfahren (Kaffeesatzleserei) und natürlich kann ich mich von jeder Krankheit sogar per Fernheilung befreien (z.B. Fernreiki). Und das natürlich recht GÜNSTIG.
Kritisches Denken: Bevor ich näher auf die oben genannten Themen eingehe, wollen wir uns erst einmal mit „kritischem Denken“ befassen. Dass kritisches Denken notwendig ist, steht ausser Frage. Sie kaufen ein Auto, schliesen eine Versicherung ab, sollen wählen gehen u.s.w. Täglich müssen wir Entscheidungen treffen, müssen den Wahrheitsgehalt von Informationen überprüfen, um keine oder so wenig wie möglich Fehlentscheidungen zu treffen.. Doch wie denkt man kritisch, gibt es Richtlinien, die mir dabei helfen, Informationen richtig zu bewerten? Ja!!!
Regel 1: Nehmen wir an, ich behaupte, hinter meinem Garten halte ich ein Ziege können sie das unbesehen glauben, wenn ich aber behaupte, ich habe ein Einhorn, dann glauben sie mir nicht ohne weiteres. Und warum ist das so? Weil ich etwas sehr aussergewöhnliches behaupte. Sie würden meine Aussage nur glauben wenn ich sehr aussergewöhnliche Beweise vorlegen würde. Da wäre es mit einem Photo wohl nicht getan. Also; je ungewöhnlicher die Behauptung, desto mehr Beweise muss derjenige erbringen.
Regel 2: Von mehreren Erklärungen sollte man die einfachere vorziehen. Dieses Prinzip nennt man das „Ockhamsche Prinzip“ oder auch „Ockhams Rasiermesser“. Es ist leicht zu begründen. Wenn mein Geldbeutel, der auf dem Tisch lag, verschwunden ist, kann das mehrere Gründe haben. Zum Beispiel hat ein Ausserirdischer meinen Geldbeutel hochgebeamt oder jemand (ein Dieb) hat ihn einfach gestohlen. Da beide Erklärungen nicht widerlegt werden können, nehmen wir - im Zweifel gegen das Aussergewöhnliche- an, dass die zweite Erklärung richtig ist. (Ich hoffe, das Prinzip wird verstanden) Dieses Prinzip lässt sich natürlich auf die Astrologie und die Wahrsagerei anwenden. Wenn ein Wahrsager das Ergebnis eines Fussballspiels vorhersagt und Recht behält gibt es zwei Erklärungen. Er hat Glück gehabt oder er hat prophetische Gaben. Da ist wohl die erstere Erklärung vorzuziehen. Sollte er wider Erwarten viele Spiele korrekt vorhersagen, sähe die Sache anders aus. Bis jetzt gibt es keinen Fall auf dieser Welt, der der Fachwelt bekannt wäre.
Regel 3: Die Nichtexistenz einer Sache kann man nicht beweisen. Glauben Sie an den Weihnachtsmann oder an Pumuckl? Nein, obwohl noch kein Mensch bewiesen hat, dass es beide nicht gibt. Es ist einfach schwierig bis unmöglich, die Nichtexistenz einer Sache zu beweisen. Deshalb kann man auch nicht beweisen, das Wahrsagen und Astrologie nicht funktioniert. Deshalb auch Regel 1. Der Behauptende steht in der Beweispflicht.
Regel 4: Wer behauptet er kann in die Zukunft sehen oder mit Engeln oder Ausserirdischen in Kontakt treten, wer behauptet er kann durch Handauflegen Krankheiten heilen, der sollte ungewöhnliche Beweise vorlegen, die auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Hierzu ein einfaches Beispiel.Die Wissenschaft, speziell die Grundlagen der klassischen Physik besagt, dass es keine Telephatie (Gedankenlesen) geben kann. Auch das Aufspüren von Wasser mit der Wünschelrute ist physikalisch nicht zu erklären. Vielleicht irrt sich hier die Physik (was ich persönlich sehr bezweifle und eher glaube, dass ich von Scharlatanen und Wunschdenkern umgeben bin) aber so stellt doch die James Randi Educational Foundation (www.randi.org) eine Million Dollar demjenigen zur Verfügung, der Fähigkeiten hat, die wissenschaftlich nicht zu erklären sind. Bis jetzt hat noch keiner der zahlreichen Bewerber die Vortests bestanden.
Trotz aller Fehler, die auch die Wissenschaft macht, ist sie nach wie vor die beste Richtschnur, die wir haben. Es macht daher Sinn, den Begriff „ausergewöhnlich“ daran festzumachen. Wahrsagerei und Astrologie zum Beispiel sind wissenschaftlich nicht erklärbar. Sie widersprechen sogar den meisten physikalischen Gesetzen.
Regel 5: Menschen sind generell schlechte Zeugen. Gerade wenn es um Übersinnliches und Unerklärliches wie Astrologie und Wahrsagen geht, ist es nicht empfehlenswert, sich auf Aussagen von Menschen zu verlassen. Unzählige Experimente zeigen uns, dass unser Gehirn nicht wie ein Recorder funktioniert und unzählige Fehler in seinen Erinnerungen hat. Ein Unfall, fünf Zeugen. Jede Zeugenaussage schildert die Situation anders, oftmals sind sie sich nicht mal über die Farbe des Fahrzeuges (Fluchtfahrzeug) einig. Also, Sprüche wie „Das habe ich selbst erlebt“ kann man getrost vergessen. Es ersetzt auf jeden Fall nicht, wie das in der Esoterikszene so gerne gemacht wird, eine wissenschaftliche Untersuchung. We sich näher mit diesem Thema beschäftigen will, dem sei folgendes Buch zu empfehlen:

Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine So spannend kann wissenschaftliches Arbeiten sein.
Nicht die mystifizierende spirituelle Esoterik mit ihrem menschenverachtenden und kritikresistenden Dogmen bringt spannende Erkenntnisse, sondern die immer neu aufkeimende Fragestellung nach der Ursache der Phänomene. Und jedes Aha-Erlebnis, jedes Verstehen der Zusammenhänge, bringt zwei neue Fragen hervor, die an faszinierender „Schönheit“ sich gegenseitig überbieten. Wie langweilig, wie öd dagegen sind die spirituellen Dogmen der Esoterik, die nicht hinterfragt werden dürfen...
Die Mondlandung (Verschwörungstheorien)
Da gibt es unzählige Zeitgenossen, die behaupten, die Mondlandung hätte nie stattgefunden, in Wirklichkeit wären die Aufnahmen auf der Erde in einem Filmstudio gedreht worden. Und wie immer bei allen Verschwörungstheorien verlassen sie sich auf irgendwelche Pseudoargumente von irgendwelchen Pseudoschriftstellern, die Bücher schreiben (und gut abkassieren) und ihren Unsinn in die Welt hinausposaunen. Dann braucht nur noch irgendein Filmfuzzie den Stoff aufgreifen, ihn dramaturgisch aufzuarbeiten und schon haben wir geile Einschaltquoten. Ich spreche von dem Fernsehsender FOX in den USA, der dann auch in anderen Ländern gezeigt wurde oder immer noch wird. Wisst ihr eigentlich wer diese „DOKU“ gebastelt hat? Nein, schade, das sollte man. Dann würde man einen Namen hören, den man schon bei den Machern von Akte X her kennt. Aber findet das mal schön alleine raus. Ich will euch nicht die ganze Arbeit abnehmen. Obwohl die meisten lieber diesen Unsinn glauben, anstatt sich die ganze Arbeit zu machen und selbst nachforschen, was heutzutage kein Problem ist.
Die NASA muss ein selten dämlicher Verein sein. Die Russen ebenso. Jeder Trottel merkt scheinbar, dass die Mondlandung gefälscht war und die Russen haben nichts bemerkt. Die Funksignale vom Mond, die ganzen angeblichen Beweise haben die Russen einfach ignoriert, obwohl die Amerikaner die größten Feinde auf der Welt waren. Die ganzen russischen Wissenschaftler waren alle auf einen genialen Film hereingefallen, den aber seltsamerweise irgendwelche obskurenen Weltverschwörungstheoretiker sofort entlarvten. Wie glaubwürdig.
Nun zu den Fakten. Was wird behauptet:
1. Auf den Photos sind keine Sterne zu sehen! (Weil man die Position sonst erkennen könnte und damit entlarvt würde, dass man sich nicht auf dem Mond befindet)
Wie auch. Da der Mond keine Atmosphäre besitzt und das Mondgestein (Regolith) die Lichtstrahlen ungebremst reflektiert und das Filmmaterial nur einen sehr begrenzten Kontrastbereich darstellen kann, musste man sich auch entscheiden, ob man den Astronauten sehen will oder die Sterne. Hätte man die Sterne sehen wollen, wäre der Astronaut total überbelichtet. Jeder der fotographiert hat ja schon seine Erfahrungen gemacht. Es regt sich auch niemand auf, das die ganzen Aufnahmen von Satelliten oder Hubble auch keine Sterne zeigen
2. Einige Photos zeigen die Astronauten gut beleuchtet von allen Seiten, obwohl die Sonnne zum Beispiel von der rechten Seite scheint. Das kann nur gehen mit Beleuchtungskörper von mehreren Seiten, siehe Filmstudio (die NASA vergisst solche profanen Dinge einfach)
Auch hier, keine Atmoshpäre, das Mondgestein reflektiert das Licht in alle möglichen Richtungen (wie einfach)
3. Nur wenig mehr Substanz hat der Vorwurf, dass offensichtlich mehrere Lichtquellen verwendet worden seien, um die Aufnahme zu fälschen, weil einige Schatten in unterschiedliche Richtungen zeigten. Dabei wird aber nicht gesagt, dass ein Objekt bei mehreren Lichtquellen mehrere Schatten wirft und scheinbar unterschiedliche Schattenwürfe auf die Unebenheiten des Geländes zurückzuführen sind, so dass Schattenwürfe auf Hügeln und in Tälern scheinbar unterschiedliche Richtungen und Längen haben. Das ist allerdings für erdgewohnte Augen nicht immer zu erkennen, weil viele Merkmale wie Bäume oder andere Menschen fehlen, die uns auf der Erde eine Referenz liefern, an der wir uns normalerweise orientieren - das ist auch der Grund, warum es den Mondbildern scheinbar an Tiefe fehlt.
4. Des Weiteren werden immer wieder Fadenkreuze erwähnt, die mal retuschiert und mal hinter Gegenständen verschwinden sollen. Zunächst ist es natürlich naiv anzunehmen, die NASA würde die Bilder nicht retuschieren, denn selbstverständlich will man auch bei der NASA das Beste aus den Aufnahmen herausholen, aber das hat nichts mit den Fadenkreuzen zu tun. Die Fadenkreuze waren in die Optik der Kamera eingeätzt und sind nicht hinterher hinzugefügt oder retuschiert worden. Für jeden, der fotografiert, ist das beobachtete Phänomen nämlich ein alter Bekannter, wenn eine dünne Linie vor einem sehr hellen Hintergrund aufgenommen wird, dann überstrahlt der Hintergrund die feine Linie und sie verschwindet.
5. Das Gleiche gilt auch, wenn der Vorwurf erhoben wird, mal würde die Landefähre auf einem Foto auftauchen und dann wieder nicht. Tatsache ist jedoch, dass man ohne weitere Landschaftsmerkmale nicht so leicht unterscheiden kann, dass die eine Aufnahme entstand, während der Astronaut vor der Landefähre stand und einmal, als er sich dahinter befand. Die Veränderungen der Perspektive sind insbesondere bei entfernten Bergen nur schwer mit bloßem Auge zu sehen.
6. Lächerlich ist aber auch die Anmerkung, die großen Temperaturunterschiede hätten eine Mondlandung unmöglich gemacht. Dabei wird unterschlagen, dass plusminus 150°C im Vakuum etwas völlig anderes sind als auf der Erde. Im Vakuum handelt es sich ausschließlich um Wärmestrahlung, von der ein großer Teil durch die auf den Fotos zu sehende Metallfolie und die hellen Raumanzüge reflektiert wird. Abgesehen davon sind Ausflüge in den Weltraum heute schon fast Routine und wenn die Astronauten dabei ins Schwitzen kommen, liegt das eher an den schweren Arbeiten als an der Sonnenstrahlung. Die Filmnegative, die dieser Hitze angeblich nicht standgehalten hätten, sind also in der Kamera ziemlich sicher, in der wahrscheinlich auch Vakuum geherrscht hat, was ein guter Isolator ist. Hinzu kommt, dass es sich bei diesem Film um eine Sonderanfertigung gehandelt hat, die erheblich höheren Temperaturen standhalten konnte.
7. Schwerwiegender ist da schon die Behauptung, die Technik hätte eine Mondlandung nicht zugelassen, aber auch das ist nicht richtig, die Newton’sche Mechanik ist seit dem 17.Jh. bekannt - schon Jules Verne wusste ziemlich gut Bescheid, wie man ein Projektil zum Mond bringt - und die Berechnungen für die Mondlandung hätte man zur Not auch mit Bleistift und Papier durchführen können, lediglich die Menge an Treibstoff, die zu kontrollieren war, und die Lebenserhaltung waren eine technische Herausforderung - aber eine Lösbare.
8. Die Vorwürfe, die Landefähre hatte nicht funktionieren können, weil einige Versuche auf der Erde nicht sehr erfolgreich waren, sind haltlos. Die Übungsgeräte mussten in der Erdatmosphäre mit Seitenwinden und völlig anderem Verhalten des Abgasstrahls arbeiten - der durch die Luft auf einen engen Kanal beschränkt ist, während er sich im Weltraum weit ausbreitet. Dadurch ist das Manövrieren in der Erdatmosphäre wahrscheinlich eher mit dem Balanceakt auf Stelzen vergleichbar, während der Lander auf dem Mond wie auf einem Kissen hinabsinkt. Darüber hinaus verfügte der Lander über Gyroskope und Steuerdüsen, die seine Lage mittels Bordcomputer automatisch korrigierten.
9. Oft wird sich über die Flagge gewundert, die zu flattern scheint, was ja ohne Atmosphäre und Wind unmöglich ist. Aber die Flagge war an zwei Schienen befestigt - eine seitlich und eine oben, deshalb bleibt das obere Stück gerade - und beim in den Boden Rammen geriet diese Konstruktion in Schwingung. Auf einem Video hält ein Astronaut die Flagge und man sieht deutlich, dass die Falten sich nicht so verhalten wie in der Schwerkraft, das Material sackt nicht nach unten und es „flattert“ auch nichts mehr im Wind. Etwas Physik und Impulserhaltung erklären das Phänomen vollkommen.
10. Von den Anhängern der Mondverschwörung wird gerne behauptet, dass der Van-Allen-Strahlengürtel ohne einen zentimeterdicken Bleichschild nicht passiert werden kann. Das ist aus mehreren Gründen falsch.Der Strahlungsgürtel erstreckt sich in einer Höhe von 1.000 bis 20.000 km über der Erde, am stärksten ist er da, wo der Solarwind auf das Erdmagnetfeld trifft und umspannt deshalb auch nicht die ganze Erde.Die Geschwindigkeit der Rakete betrug zum Zeitpunkt der Durchquerung des Van-Allen-Gürtels etwa 40.000 km/h, sie passierten den Strahlungsgürtel also in recht kurzer Zeit und die Strahlenbelastung betrug schätzungsweise 2 rem (300 rem sind tödlich, 2 rem hingegen entsprechen etwa 100 Röntgenaufnahmen), die Strahlung setzt sich zudem überwiegend aus Teilchenstrahlung zusammen, die im Gegensatz zu Röntgenstrahlung leichter abgeschirmt werden kann, so genügt bei Alpha-Strahlung - das sind ionisierte Heliumkerne - ein Blatt Papier, bei Betastrahlung - Elektronen und Positronen - eine Metallfolie, um die Strahlungsbelastung wesentlich zu reduzieren, und Neutronen lassen sich ohnehin mit Kunststoffen besser abfangen als mit Blei. Wenn geladene Teilchen so abgebremst werden, entsteht aber eine Sekundärstrahlung, die wieder mehr Röntgenstrahlung enthält. Zweifellos lag die Belastung der Astronauten über der von Flugzeugbesatzungen, aber sie war bei weitem kein Grund, eine Reise zum Mond unmöglich zu machen.
11. Die Anhänger der Verschwörungstheorie erklären leider nicht, wie über 300kg Mondgestein ihren Weg zur Erde gefunden haben. Diese Gesteinsproben unterscheiden sich chemisch deutlich von auf der Erde vorkommenden Gesteinen und zeigen deutlich Einschläge von Mikrometeoriten und kosmischer Strahlung, der sie ohne Schutz durch eine Atmosphäre ausgesetzt waren - dieselben Spuren wären auf Meteoriten nicht zu finden, da sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre verbrannt wären, auch ist es nicht plausibel, solche Mengen mit unbemannten Sonden zu gewinnen.
Viele weitere Behauptungen zur angeblichen Fälschung der Mondlandung lassen sich eben so leicht widerlegen, wie die wenigen Beispiele, die ich oben genannt habe.Es ist bedauerlich, dass sogar Journalisten, von denen man eine unvoreingenommene und kritische Recherche erwartet, die Vorwürfe unkommentiert übernehmen und Kritikern nicht die Möglichkeit geben ausführlich Stellung zu nehmen, auch die Russen sind, soweit ich die Sendungen verfolgt habe, nie befragt worden, obwohl sie sicher das geringste Interesse daran gehabt hatten, dass die Amerikaner tatsächlich auf dem Mond landen - sie haben die Berichte aber nie in Zweifel gezogen.
Insgesamt handelt es sich bei dieser angeblichen Verschwörung um einen sehr plumpen und schlecht recherchierten Versuch, mit der Leichtgläubigkeit der Zuschauer und Leser Geld zu verdienen, hier zählen nur Einschaltquoten, die selbst mit den obskursten Verschwörungstheorien in die Höhe getrieben werden sollen.